WENN RABATTVERTRÄGE DAS SYSTEM KRANK MACHEN

Generika sind eine tragende Säule unserer Arzneimittel­versorgung. Mit diesen günstigen Medikamenten sichern Generikaunternehmen täglich die Versorgung von Millionen Menschen. Die gesetzlichen Krankenkassen schließen mit den Herstellern sogenannte Rabattverträge ab. Diese sollen die Kosten für die Krankenkassen noch weiter senken – doch die Verträge haben eine Kehrseite.

Wenn Rabatte teuer werden

Zusätzliche Sicherheitsstandards, komplexer werdende Herstellungsverfahren, neue Regulierungen und die umfangreiche Qualitäts­sicherung führen seit Jahren zu steigenden Kosten in der Generikaproduktion.

Engpass ist eine gefährliche Diagnose

Eine wirtschaftlich tragfähige Produktion wird so immer schwerer. Hersteller müssen aufgeben und es kann zu Arzneimittel­engpässen kommen – auch bei lebens­wichtigen Medikamenten. Dabei würden schon wenige Änderungen am bestehenden System das Problem lösen.

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Schlechte Nachrichten

Das berichten die Medien zu Arzneimittelengpässen:

„Der Trend zu immer billigeren Arzneien macht das System krank“

Zum Artikel Welt

Lieferengpass bei Medikamenten: Notstand im Apotheker-Regal

Zum Artikel DLF

Kriminelle Strukturen: Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, über Lieferengpässe bei Medikamenten

Zum Artikel Zeit online

Ärzte prangern Lieferengpässe für wichtige Medikamente in Deutschland an

Zum Artikel Medscape

Das beste Rezept für die Versorgung: ein gesundes System

  • Verfügbarkeit lebenswichtiger Medikamente sichern

    Zu wichtig zum Feilschen: Für versorgungskritische Wirkstoffe darf es keine Rabattverträge mehr geben. Das verhindert folgenschwere Engpässe, zum Beispiel bei Antibiotika und einigen Krebsmedikamenten.

  • Versorgung auf breitere Basis stellen

    Für alles gewappnet: In jeden Rabattvertrag muss mehr als ein Unternehmen eingebunden werden. Wichtig dabei: Jedes Unternehmen sollte den Wirkstoff von einem anderen Lieferanten beziehen. Das reduziert das Risiko von Engpässen.

  • Patienten zum Mit-Entscheider machen

    Gut informiert: Digitale Lösungen können künftig dabei helfen, über die Herkunft von Wirkstoffen zu informieren. Krankenkassen sollen daher nicht länger allein bestimmen, welches Präparat ein Patient erhält, indem sie mit nur einem einzigen Lieferanten Verträge schließen. Nur dann entstehen echte Wahlmöglichkeiten für Patienten.